Trail Running: die passende Ausrüstung

Tags: Beweglichkeit, Bewegung, Fuß, Fußfunktion, Wissenschaft

„Wir sind unsere Entscheidungen.“ – Jean-Paul Sartre.

Die unterschiedlichen und schwer vorhersehbaren Terrains und Steigungen der Strecken stellen einzigartige und extreme Anforderungen an den Läufer. Es wurden Verletzungsraten von bis zu 90 % gemeldet, wobei ein höherer Standard und eine längere Erfahrung mit der Verletzungshäufigkeit in Verbindung gebracht werden können. Der untere Rücken, Unterschenkel und Fuß sind die häufigsten Verletzungsbereiche (Malliaropoulus et al., 2015).

Wahl der richtigen Gangart

Erfahrene Trail Runner passen ihre Gangart an Steigung und Gelände an und wählen einen Vorderfußauftritt mit kürzeren, schnelleren Schritten bergauf und einen Fersenauftritt mit längeren und langsameren Schritten bergab (Giandolini et al., 2015). Die Veränderung von Schrittart, -länge und -frequenz bietet einen Mechanismus zur Minimierung des Energieaufwands für die Erzeugung der unterschiedlichen Kräfte, die für das Bergauf- und Bergablaufen erforderlich sind. Im Grunde genommen wechseln erfahrene Trail Runner den Gang, um die Effizienz der Muskelkrafterzeugung zu maximieren, so wie wir in einem Auto den Gang wechseln, um die Effizienz der Motorkrafterzeugung zu maximieren (Carrier et al., 1994). Ein schneller Vorfußauftritt (hoher Gang) maximiert die Nutzung der elastischen Energie und erzeugt die Vortriebskräfte, die erforderlich sind, um die Körpermasse mit der geringsten Energie bergauf zu bewegen (Gottschall und Kram, 2005). Ein langer Schritt mit Fersenauftritt (niedriger Gang) ist das energieeffizienteste Mittel, um die hohen Bremskräfte zu erzeugen, die für einen kontrollierten Bergablauf erforderlich sind (Pratt, 1989).

Wahl des richtigen Schuhwerks

Das Laufen mit hohem Gang (Vorfuß) verlangt dem Vorfuß und Unterschenkel viel ab. Verletzungen von Unterschenkel und Mittelfußknochen treten häufig auf (Daoud et al., 2012).  Ein Schuh, der Stabilität und Dämpfung im Vorfußbereich bietet, ist von entscheidender Bedeutung, um die Belastung des Mittelfußes und die kompensatorische Wirkung der Unterschenkelmuskulatur zu reduzieren. Laufen mit niedrigem Gang (Rückfuß) erzeugt große Stoßkräfte und verursacht stoßbedingte Verletzungen an Ferse, Hüfte und unterem Rücken (Daoud et al., 2012). Ein Schuh, der eine angemessene Dämpfung des Rückfußes bietet, ist wichtig, um diese Kräfte aufzufangen.

Zusammenfassung

Trail Running ist ein anspruchsvoller Sport und die Verletzungsrate ist hoch. Um das Risiko von Verletzungen zu verringern, ist die richtige Wahl der Gangart für das Laufen bergauf (hoher Gang) und bergab (niedriger Gang) sowie die richtige Wahl des Schuhwerks wichtig, um den Läufer vor den biomechanischen Folgen durch die Ausrüstung zu schützen.

Literaturhinweise

  • Carrier, D.R. and Earls, K.D. (1994). Variable gearing during locomotion in the human musculoskeletal system. Science, 265(5172), 651-653.
  • Daoud, A.I., Geissler, G.J., Wang, F., Saretsky, J.,Daoud, Y.A. & Lieberman, D.E. (2012). Foot strike and injury rates in endurance runners: a retrospective study. Medicine and Science in Sports and Exercise, 44(7), 1325-1334.
  • Giandolini, M., Pavailler, S., Samozino, P., Morin, J-P & Horvais, N. (2015). Foot strike pattern and impact continuous measurements during a trail running race: proof of concept in a world-class athlete. Footwear Science, 7(2), 127-137.
  • Gottschall, J.S. and Kram, R. (2005). Ground reaction forces during downhill and uphill running. Journal of Biomechanics, 38(3), 445-452.
  • Malliaropoulos, N., Mertyri, D., Tsaklis, P. (2015). Prevalence of injury in ultra trail running. Human Movement, 16(2), 52-59.
  • Pratt, D.J. (1989). Mechanisms of shock attenuation via the lower extremity during running. Clinical Biomechanics, 4, 51-57.

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